Donnerstag, 28. Juli 2016

On the Sofa with... Sailing Conductors






















Auf Youtube schauten sie sich Segelvideos an und versuchten dabei, sich selbst das Segeln beizubringen. Klingt verrückt, ist aber wahr. Aus der Liebe zur Musik ist dann eine weitere verrückte Idee entstanden: Warum nicht während der Segeltour eine CD mit so vielen Künstlern wie möglich an den unterschiedlichsten Orten der Welt aufnehmen?. Aus einer verrückten Idee wurde Wirklichkeit.
                                         
Nun sind Captain Ben und Smutje Hannes von den Sailing Conductors zurück auf deutschem Boden und lassen uns während ihrer Deutschland-Tour an ihren Erlebnissen teilhaben. Und das Beste? Ihr könnt dabei sein! Denn wir bringen euch zu dem Konzert der Sailing Conductors am 19.08. in Hamburg. Was ihr dafür tun müsst? Ganz einfach: Schickt uns eine Mail an info@sofaconcerts.org und erzählt uns, welche Musik für euer Urlaubsfeeling unbedingt mit dazugehört. Ingesamt werden zwei mal zwei Karten verlost. Teilnahmeschluss ist der 12.08.2016.
Als kleinen Vorgeschmack für das anstehende Konzert haben wir uns schon einmal mit den beiden unterhalten. Uns gewähren sie einen exklusiven Einblick in ihr Tourleben und plaudern auch ein wenig über ihre Reise.

Hallo ihr Zwei! Eure Geschichte erzählt ihr am besten einmal selbst. Wer sind die Sailing Conductors?

Benni und ich sind nach unserem Tontechnikstudium 4 ½ Jahre um die Welt gesegelt und haben in jedem Hafen einzeln Musiker aufgenommen. Diese Aufnahmen haben wir dann an Bord zusammengemischt, sodass Stücke mit Musikern aus unterschiedlichsten Ländern entstanden sind, die sich nie persönlich begegnet sind. Weltmusik wörtlich genommen sozusagen! Das klingt alles ein bisschen kompliziert, aber letztendlich geht es um die Leidenschaft zur Musik. Dadurch, dass wir meistens draußen aufgenommen haben, ist die Musik recht akustisch geworden. Anschauen kann man sich das ganze am besten mal in einem Video:



Ihr seid quasi einmal um die Welt gesegelt, um gute Musik zu entdecken. Was war der schönste Ort den ihr besucht habt? Wo habt ihr die beste Musik gefunden?
Es gab so viele schöne Ort auf der Welt, und nicht immer, war die schönste Musik am schönsten Ort oder der schönste Ort der wo die tollsten Menschen waren… Du merkst, ich ziere mich ein wenig, diese Frage zu beantworten, weil ich es nicht wirklich kann. Beeindruckend war auf alle Fälle Brasilien, die USA und Cuba. Im Nachhinein auch noch mehr Südafrika, da wir vor allem mit Südafrikanern gerade auf Tour sind.

Und habt ihr noch Kontakt zu den Musikern aus den ganzen Ländern?

Prinzipiell ja, da unsere Musiker alle an den Einnahmen aus CD Verkäufen beteiligt sind. Aber wie immer ist es auch bei uns so: Zu einigen mehr und zu anderen weniger. Ich bin mir aber sicher, dass wenn sich alle unsere Freunde aus der ganzen Welt irgendwo zu einer Party treffen würden, dass das die geilste und verrückteste und tollste Party auf der ganzen Welt wäre!

Ihr hattet sogar eine eigene Fernsehserie, in welcher die Zuschauer euch ein wenig bei eurer Reise begleiten konnten. Wie schaut es aus, gibt’s eine Fortsetzung? Vielleicht verbunden mit einem neuen Segeltörn?

In der Fernsehserie wurde aus Produktionsgründen nur ein Bruchteil von dem gezeigt, was wir wirklich dokumentiert haben. Von uns aus gerne eine Fortsetzung, es ist nur schwierig Partner zu finden, die das Material ausstrahlen wollen. Der klassische Fernsehsender kann mit unserem ‚Weltverbessererprodukt‘ anscheinend nicht so viel anfangen. Wenn es da draußen aber jemanden gibt, der Lust auf 20 mehr Episoden hat, der soll sich gerne melden 😉 Ansonsten sind wir aber gerade dabei, eine Dokumentation vorzubereiten und hoffen, diese im nächsten Jahr präsentieren zu können

Im Dezember hattet ihr eine Crowdfunding-Kampagne auf Startnext. Wieso habt ihr euch für diesen Weg entschieden?

Das ursächliche Problem war wie immer Folgendes: Wir wollten eine neue CD veröffentlichen und brauchten für die Produktionskosten Geld, das wir nicht hatten. Da war Crowdfunding für uns die optimale Lösung, um Geld zusammenzusammeln mit der Hilfe von Menschen, die an uns und unser Projekt glauben und die CD im Prinzip vorbestellen. Der andere Weg wäre natürlich gewesen, sich ein Label zu suchen und von denen die CD finanzieren zu lassen. Ich denke aber, dass unser Herzblut bei den Crowdfundern besser investiert ist, als bei einer Firma mit immensen Verwaltungskosten. So bleibt dann letztendlich auch mehr für unsere Musiker übrig und das finden wir eigentlich ganz gut so!

Mit euer Kampagne wolltet ihr euer neues Album finanzieren. Wie schaut es denn jetzt aus, wann können wir das Album in den Händen halten? Und was genau erwartet uns?
Letztendlich sind wir zwei einfach überfordert gewesen mit dem Umfang unserer selbst gesteckten Ziele. Das Ganze ist uns ein wenig peinlich und wir können uns nicht ausreichend entschuldigen. Im Januar war die CD VÖ geplant, nun ist es Juli. Unser Problem war, dass wir auf Vortragstour gegangen sind, um ein bisschen Geld für Miete und Essen einzuspielen und dadurch keine konzentrierte Arbeitsphase für das Album hatten. Dann waren wir in Tourvorbereitung für die aktuelle Tour und dann kam noch weiter dazu, dass das Masteringstudio pleite gegangen ist. Die haben uns immer weiter vertröstet hat und letztendlich haben wir nach Monaten des Wartens doch keine Ergebnisse bekommen. Daher mussten wir die Tracks zu einem anderen Masteringstudio geben. Das Album sollte jetzt in Pressung gehen und dann Ende Juli verschickt werden können. Fingers crossed. Und sorry noch mal! Letztendlich wollten wir aber auch nur ein Jahr unterwegs sein und es sind 4 ½ geworden… aber dafür wird das Album auf alle Fälle richtig gut!

Momentan seid ihr auf Tournee. Beschreibt mal euer Tourleben. Was ist das erste, was ihr morgens macht? Wie verbringt ihr eure Tage? Was macht richtig Spaß und was nervt?

Das Ganze ist schon eine intensive Zeit. Für jeden, der dabei ist (wir sind gerade 7) bedeutet diese Tour auch ein Stück Selbsterfahrung und Selbstheilung in der Gruppe. Man muss aber echt sagen, dass wir ein tolles Team sind, das aufeinander Acht gibt und behutsam miteinander umgeht. Insgesamt sind wir aber alle Künstler und nicht unbedingt die Art Mensch, die sich besonders easy auf lange Zeit in großen Gruppen bewegt. Intensiv beschreibt es da wohl am besten. Besonders schön und besonders anstrengend. Es macht aber immer Spaß auf der Bühne zu stehen und hinterher von den Menschen gesagt zu bekommen, dass das das schönste Konzert war, das sie je erlebt haben. Nerven tut es, wenn man im Stau steht und am allerschlimmsten ist es, wenn das Bier alle ist.

Und was gefällt euch besser, Tournee oder Segeltörn?

Tour!!!